Resident Evil Remakes: Der aktuelle Stand bei Capcom
Die Resident Evil Franchise erlebt derzeit eine Renaissance durch hochwertige Remakes. Nach dem Erfolg von RE2, RE3 und der angekündigten Code Veronica-Neuauflage stellt sich die Frage: Wird Capcom systematisch alle Teile der legendären Horror-Serie neu auflegen? Die kurze Antwort: Nicht unbedingt. Der japanische Entwickler hat deutlich gemacht, dass nicht jedes Spiel der Serie eine Neuauflage verdient oder erhalten wird.
Capcom verfolgt bei den Resident Evil Remakes eine strategische Herangehensweise. Das Unternehmen wählt gezielt jene Titel aus, die aus ihrer Sicht eine Neuinterpretation rechtfertigen. Dabei geht es nicht nur um nostalgische Gründe, sondern um die Frage, welche Spiele modernes Game-Design und aktuelle technische Standards benötigen, um modernen Spielern gerecht zu werden. Diese selektive Strategie unterscheidet sich deutlich von einem blanken Remake-Ansatz, bei dem einfach alle Teile nacheinander überarbeitet würden.
Welche Resident Evil Spiele könnten ignoriert werden?
Bei der Betrachtung der gesamten RE-Serie fallen sofort mehrere Kandidaten auf, die Capcom möglicherweise bewusst außer Acht lässt. Dazu gehören unter anderem die Spin-offs und die experimentelleren Einträge der Franchise. Resident Evil 6, das kontrovers diskutierte Action-Abenteuer mit Chris Redfield und Ada Wong, könnte durchaus in die Kategorie der "bewusst ignorierten" Spiele fallen. Der Titel war zwar kommerziell erfolgreich, wird aber von der Community oft als zu actionlastig kritisiert und weniger als klassisches Survival-Horror-Erlebnis wahrgenommen.
Auch Resident Evil 5 und 7 könnten aus dem Remake-Plan herausfallen, da diese bereits moderner entwickelt wurden und weniger vom technischen Upgrade profitieren würden als die älteren Titel. Die Spin-offs wie Revelations, Revelations 2 oder die mobile-fokussierten Spiele stehen ebenfalls nicht auf der Liste der Remake-Kandidaten. Capcom konzentriert sich bewusst auf die Kernentries, die für die Hauptgeschichte relevant sind und ein hohes Potential für eine gelungene Neuinterpretation bieten.
Die Strategie hinter den Remakes: Qualität statt Quantität
Capcoms Herangehensweise zeigt, dass das Unternehmen langfristig denkt. Ein Remake-Marathon, bei dem schnell hintereinander alle Teile überarbeitet werden, könnte zu Qualitätsverlust führen. Stattdessen investiert Capcom Zeit und Ressourcen, um jeden Titel gründlich zu reimaginieren. Das RE2 Remake bewies eindrucksvoll, wie eine liebevolle Neuauflage aussehen kann – mit modernem über-die-Schulter-Kamerasystem, verbesserter KI und einer Grafik, die zeitlos wirkt.
Diese Strategie hat zusätzliche Vorteile für Capcom: Sie erzeugt Spannung und Vorfreude bei den Fans, was größere Verkaufszahlen bedeutet als der hundertste schnelle Port. Jedes Remake wird als Event behandelt, nicht als Routine. Außerdem ermöglicht diese Herangehensweise, dass andere Projekte nicht vernachlässigt werden. Capcom kann parallel an neuen Spielen und Remakes arbeiten, ohne die Entwicklerressourcen vollständig zu überlasten.
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Welche Spiele könnten noch ein Remake erhalten?
Nach Code Veronica ist spekulativ über weitere Remake-Kandidaten zu denken. RE4 ist bereits kürzlich eine vollständige Neuauflage bekommen und spielte eine zentrale Rolle für die gesamte Genre-Entwicklung. Ein Remake von RE1 – dem Ursprungstitel – könnte interessant sein, wurde aber bereits mehrfach überarbeitet (Director's Cut, REmake auf GameCube). RE0 als Prequel könnte reizvoll sein, da es zwischen den modernen RE-Engine-Titeln etwas bewirken könnte.
Interessant wären auch die mobilen und experimentelleren Titel, falls Capcom diese würdigt. Games wie Resident Evil Village könnten zwar bereits modern wirken, aber Teile wie RE Outbreak – das innovative Online-Multiplayer-Survival-Horror-Abenteuer – könnten in einer zeitgemäßen Fassung echten Mehrwert bieten.
Fazit: Geduld mit der Resident Evil Serie
Für Fans bedeutet diese Strategie: Es lohnt sich, Geduld zu haben. Capcom wird keine Remake-Flut produzieren, sondern weiterhin selektiv vorgehen. Nicht jedes Spiel der Serie muss ein Remake bekommen – manche Einträge haben ihren Platz in der Gaming-Geschichte und können dort bleiben. Stattdessen werden die Remakes, die entstehen, mit höherer Wahrscheinlichkeit gelungene, hochwertige Neuinterpretationen sein, auf die es sich zu warten lohnt. Für Spieler, die die klassischen Resident Evil Teile noch nie gespielt haben, ist das großartig – sie bekommen Zugang zu zeitlosen Geschichten in moderner Form.