Action-RPG

Soulframe Alpha: Ist das der Warframe-Nachfolger für dich?

Soulframe Alpha: Der Warframe-Nachfolger zwischen Hype und Realität

Du fragst dich, ob Soulframe wirklich das nächste große Ding nach Warframe ist? Die gute Nachricht: Es hat definitiv Potenzial. Die ehrliche Nachricht: Es ist nicht das komplett neue Erlebnis, das manche sich erhofft haben. Nach einer intensive Alpha-Session kann ich dir genau sagen, worauf du dich freuen kannst – und wo du möglicherweise enttäuscht sein wirst. Wer Digital Extremes kennt – das Studio hinter Warframe – weiss, dass die Entwickler gerne an bewährten Formeln festhalten, während sie gleichzeitig experimentieren. Bei Soulframe ist genau das passiert: Du bekommst das Warframe-Grundgerüst mit neuem Anstrich, nicht mehr und nicht weniger. Das ist weder schlecht noch überraschend, aber es ist wichtig zu verstehen, bevor du dir große Erwartungen machst.

Das Gameplay-Fundament: Familiar, aber frisch

Wenn du Warframe gespielt hast, wirst du dich in Soulframe sofort zurechtfinden. Die Bewegungsmechaniken sind schnell und flüssig – daran hat sich nichts Grundlegendes geändert. Du gleitest über Böden, springst an Wänden entlang und führst akrobatische Kombinationen auf, die sich verdammt befriedigend anfühlen. Das ist einer der Punkte, wo Soulframe wirklich liefert. Was sich verändert hat: Die Fantasy-Ästhetik. Während Warframe auf Sci-Fi mit hochtechnologischen Frames setzt, arbeitet Soulframe mit einer düsteren, märchenhaften Welt. Deine Charaktere – die Soulframes – wirken wie verdorbene Märchenwesen oder gotische Golems. Das Drumherum sieht vorerst besser aus als die technische Umgebung von Warframe, auch wenn hier natürlich noch viel in der Entwicklung steckt. Die Kampfmechaniken selbst funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Schnelle, aggressive Kämpfe mit Combos und speziellen Abilities. Wenn dir Warframe zu mechanisch ist, wird dich Soulframe nicht vom Hocker hauen. Wenn du aber genau das an Warframe liebst – die Balance zwischen Geschwindigkeit, Taktik und rohem Spaß – dann hast du hier deine nächste Sucht gefunden.

Progression und Content: Das alte Spiel mit neuem Loot

Hier wird es kritisch, und das ist der Punkt, wo auch die Eurogamer-Einschätzung berechtigt ist. Die Progression in Soulframe folgt dem bekannten Live-Service-Muster: Du farmst Missionen, packst Loot ein, upgradest deine Ausrüstung, wiederholst. Das ist nicht schlecht, aber es ist auch nicht innovativ. In der Alpha wird das besonders deutlich, weil der Content-Pool noch relativ klein ist. Du merkst schnell, dass du dieselben Missionsziele absolvierst wie in Warframe – Gegner besiegen, Objekte sammeln, Bosse besiegen, raus hier. Digital Extremes hätte hier mutiger sein können und völlig neue Mission-Archetypen einführen können. Stattdessen fühlt es sich an, als hätte man Warframe mit Fantasy-Texturen überstrichen. Das bedeutet konkret für dich: Wenn du Warframes Grindiness liebst, wirst du glücklich sein. Wenn du aber hofftest, dass Soulframe das Live-Service-Genre weiterbringt, wirst du enttäuscht sein. Die Alpha zeigt ein Spiel, das gutes Handwerk bietet, aber keine revolutionären Ideen.
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Das Balancing-Potenzial: Hoffnung für Launch

Ein positiver Punkt, den ich erwähnen muss: Das Balancing wirkt vielversprechend. In Warframe sind oft bestimmte Builds und Frames völlig overpowered, während andere in die Bedeutungslosigkeit versinken. In der Soulframe-Alpha gibt es eine breitere Vielfalt an spielbaren Optionen. Das könnte sich natürlich bis zum Launch noch ändern, aber momentan sieht es danach aus, dass Digital Extremes aus den Fehlern gelernt hat. Die verschiedenen Soulframes bieten genuinely unterschiedliche Spielstile. Der eine ist schnell und aggressiv, ein anderer defensiv und unterstützend, wieder einer basiert auf Magie. Das gibt dem Spiel Tiefgang – du wirst verschiedene Frames ausprobieren wollen, nicht nur die beste kopieren. Wichtig für dich zu verstehen: In der Alpha kann sich das noch massiv verändern. Balancing ist ein fortlaufender Prozess, besonders bei Live-Service-Spielen. Was jetzt überpowered wirkt, kann beim Launch komplett neu justiert sein.

Community und Social Features: Wo es noch hakt

Ein Aspekt, der in der Alpha deutlich spürbar war: Die Social-Features fühlen sich unterentwickelt an. Warframe hat über die Jahre eine massive, engagierte Community aufgebaut. Soulframe muss das erst noch schaffen – und die Alpha zeigt, dass dafür noch arbeit nötig ist. Guild-Features sind vorhanden, aber nicht besonders reizvoll. Die Matchmaking-Systeme funktionieren, aber es fehlt der Anreiz, mit den gleichen Spielern wiederholt zu spielen. Das ist für ein Game gedacht, das auf Koop-Gameplay setzt, überraschend schwach. Hier hätte ich erhofft, dass Digital Extremes es besser macht als bei Warframe. Für dich bedeutet das: Soulframe wird ein Solo- oder Casual-Koop-Spiel sein, wenn sich da bis zum Launch nichts Großes ändert. Wenn du auf tiefe Gilden-Hierarchien und Server-Communities hofftest, schau zu, dass du deine Erwartungen senkenst.

Meine persönliche Einschätzung: Für wen ist Soulframe wirklich?

Soulframe ist kein Warframe-Killer, und das ist okay. Es ist der spirituelle Nachfolger – nicht der revolutionäre Ersatz. Digital Extremes hat mit Warframe etwas geschaffen, das über ein Jahrzehnt funktioniert hat, und versucht jetzt, dieses Rezept in eine neue Welt zu übertragen. Das funktioniert größtenteils. Die Bewegung fühlt sich besser an, die Ästhetik ist frisch, und das Core-Gameplay macht Spaß. Aber es sind die gleichen Strukturen, die gleiche Progression, die gleiche Art, wie dich das Spiel zum Farmen bringt. Das ist weder überraschend noch schlecht – aber es ist nicht besonders mutig. Wichtig: Soulframe ist noch in Alpha. Vieles kann sich noch ändern. Neue Missionstypen könnten kommen, neue Features, neue Ideen. Beurteile das Spiel also nicht nur nach dem, was jetzt ist, sondern auch nach dem Potenzial, das es hat.
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Das ist meine konkrete Empfehlung für dich:

Wenn du Warframe spielst und magst, solltest du Soulframe im Auge behalten und die Alpha ausprobieren, wenn du Zugang hast. Es ist genug von dem vorhanden, das du liebst – die Bewegung, der Kampfstil, das Loot-System – nur mit besserer Grafik und anderer Atmosphäre. Wenn du Warframe nie mochtest, weil dir die Mechaniken zu viel und die Missionen zu repetitiv waren, werde ich dir Soulframe auch nicht empfehlen. Es macht die gleichen Dinge, nur in Fantasy statt Sci-Fi. Wenn du ein revolutionäres neues Live-Service-Spiel erhoffst, das das Genre völlig umkrempelt: Warte ab oder schau dich nach anderen Projekten um. Soulframe wird ein solides Spiel sein, mehr aber nicht. Die Alpha zeigt ein Spiel mit großem Potenzial, aber auch mit wenig Überraschungen. Für mich ist das völlig in Ordnung – nicht jedes Spiel muss das Rad neu erfinden. Manchmal ist es genug, das alte Rad besser zu machen. Ob Soulframe das schafft, werden wir beim Launch sehen.
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AC
Andreas Clemens
Gamer der alten Schule — und bis heute hab ich den Spaß daran nicht verloren.
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